ewig.schön 300 Jahre Wiener Porzellan

Datum: 01.03.2018

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ewig schön

300 Jahre Wiener Porzellan

1718–2018

eröffnet am Montag, dem 19. März 2018

 

Im Zentrum der Jubiläumsausstellung des Porzellanmuseums im Augarten steht der Dialog zwischen den Gestaltern und den Nutzern des Wiener Porzellans seit 1718.

Ausgewählte Exponate innovativer Künstler und Designer ihrer jeweiligen Epoche treten mit ihrem kulturellen Umfeld in Dialog. Der schöpferischen Handschrift wird damit die Stimmung ihrer Epoche zur Seite gestellt. Von überraschenden Wunderwerken des Barock zu den heiteren Objekten des Rokoko, von der goldstrahlenden Pracht des Klassizismus über die Einfachheit des Biedermeier bis hin zu den Spielereien des Historismus reicht der Bereich der Geschichte und setzt sich in den feinen Kreationen des Art Déco, der Buntheit der Fünfziger Jahre und dem Design bis heute fort.

Während der vergangenen drei Jahrhunderte seit der Gründung der ersten Wiener Porzellanmanufaktur durch Claudius Innocentius du Paquier im Jahr 1718 liegt das Augenmerk der bedeutendsten Phasen des Wiener Porzellans auf dem aufmerksamen und deutlich formulierten Zusammenspiel der gestalterischen Vision und der lebensnahen Aktualität der Benützer. Conrad von Sorgenthal (1733-1805), der erfolgreichste Direktor der kaiserlichen Porzellanmanufaktur in Wien, sandte seine Mitarbeiter als „Lifestyle scouts“ aus, um die Gewohnheiten, Moden, Vorlieben und Meinungen der Käufer auszuloten und in den Gestaltungsprozess einfließen zu lassen. Ähnlich nahe am Lebensstil ihrer Zeit war die 1923 als Nachfolgerin der kaiserlichen Manufaktur gegründete Porzellanmanufaktur Augarten in ihren Anfängen, als etablierte Designer aus dem Umkreis der Wiener Werkstätte, aber auch eine große Zahl gut ausgebildeter junger Absolventinnen und Absolventen der Kunstgewerbeschule dem Produkt Porzellan entscheidende formale und emotionale Impulse gaben. Die Ausstellung möchte mit dem Beleuchten innovativer Schöpfungen aus drei Jahrhunderten neue Diskurse freisetzen. Als Teil der Präsentation werden jene Designer, die aktuell mit der Manufaktur Augarten kooperieren, zur Gestaltung des Ausstellungsbereiches der Gegenwart eingeladen.

Ein Tafelaufsatz zur Feier der Manufakturgründung symbolisiert die Inspiration der frühen Porzellanmacher des 18. Jahrhunderts. Eine weitere Überraschung als permanente Installation im Porzellanmuseum wird im Rahmen der Eröffnung enthüllt.

Der Bestand und die zahlreichen Neuerwerbungen des Porzellanmuseums im Augarten werden durch kostbare Leihgaben aus Privatsammlungen, von LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz–Wien, dem Wien Museum, der Silberkammer, Wien, das Marton Museum, Samobor, Kroatin, Stift Klosterneuburg, sowie dem MAK-Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst, Wien, das auch als Kooperationspartner bei gemeinsamen Rahmenveranstaltungen beteiligt sein wird, ergänzt.

Zur Ausstellung erscheint ein Jubiläumsbuch im Residenzverlag, Salzburg, von Kuratorin Dr. Claudia Lehner-Jobst mit Fotoinszenierungen von Sebastian Menschhorn, der auch für die Ausstellunggestaltung verantwortlich zeichnet.