Das Porzellanmuseum

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Die aktuelle Sonderausstellung

verlängert bis 8. Oktober 2021

Die aktuelle Sonderausstellung des PORZELLANMUSEUMS IM AUGARTEN betrachtet die Solitude, das Dasein im Rückzug.

Ob alleine oder zu zweit, die kleine Gesellschaft an sicherem Ort hat neue Bedeutung gewonnen. Porzellan war oft dabei. Blickt man in frühere Jahrhunderte, sind Zeiten des unvermeidlichen oder ersehnten Verzichts auf Unterhaltung im großen Rahmen keine Seltenheit. Die Gründe sind vielfältig. Pandemien und andere Bedrohungen, die produktive Einsamkeit eines Genies, Lust und Launen, oder gar die Etikette verursachen Alleinsein. Das Prinzip der 'self-isolation' hat in der Geschichte des Porzellansdesigns spannende Spuren hinterlassen. 

Die Ausstellung zeigt beispielsweise praktische Erfindungen, oft kostbar dekoriert, wie das Déjeuner solitaire, ein Frühstücksservice für eine Person, das ab der Mitte des 18. Jahrhunderts als Ausdruck des höfischen Rückzugs in eine kaum vorhandene Privatheit verwendet wurde. Die Geschichte sorgte für Nachfolger im 20. und 21. Jahrhundert, die in ähnlicher Motivation und doch unter ganz neuen Voraussetzungen entstanden. Ein denkbar schlichtes, schwarz glasiertes Service von 1937 verkörpert den Gegenpol.

Zeitgenössische Zitate, aber auch zeitlose und ganz aktuelle Fragen begleiten durch die Ausstellung. Was denkst Du? Hört Ihr mich? Fotos und Textnachrichten tauchen wie Gedankensplitter zwischen den Objekten in den Vitrinen auf.

Vom klärenden Augenbad über den tiefdunklen Mokka, vom Frühling im hohen Gras bis hin zum Zoom-Kaffee reichen die Überlegungen.

Ausstellung

Ursula Klasmann

Zum 90. Geburtstag

Eine kleine Sonderausstellung im ersten Stock des Museums ist den innovativen Arbeiten der Designerin Ursula Klasmann gewidmet.

1930 in Tallínn, Estland, geboren, studierte sie von 1950 bis 1955 bei Oswald Haerdtl an der Kunstgewerbeschule (heute Universität für angewandte Kunst) in Wien. Nach ihrem Diplom begann Ursula Klasmann ihre Karriere an der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten und war maßgeblich an der Entwicklung einer modernen Produktlinie beteiligt.

19 Dekore und ebenso viele Formen stellten das Thema Porzellan in eine neue Perspektive. Schwarz und Weiß, manchmal leuchtend Bunt, Geometrie und Schlichtheit waren ihre wichtigsten Stilmittel. Noch heute sind die Vasenformen, die Dosen, ihre Kerzenleuchter und nicht zuletzt ihr Speiseservice der Form Nr. 75 von zeitloser Gültigkeit. Das Speiseservice war ein Beitrag der Porzellanmanufaktur Augarten zur Triennale in Mailand im Jahr 1960 und zeichnet sich durch Formen mit durchdachten Details aus, die Funktionalität und Schönheit auf eine Art und Weise vereinen, wie sie der sympathisch unkomplizierten und direkten Sichtweise der Designerin entsprechen.

Wir gratulieren Ursula Klasmann herzlichst und danken für ihren bedeutenden Beitrag zur Wiener Porzellangeschichte.

 

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