Sorgenthal und Klassizismus

Datum: 18.04.2014

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Unter der Direktion von Conrad Sörgel von Sorgenthal erlangte die Wiener Porzellanmanufaktur im Klassizismus Weltruf. Gegenüber dem vorangegangenen Rokoko zeichnet sich der Klassizismus durch geradlinige Formen mit einer stärkeren Anlehnung an klassisch-antike Formen aus.
Einzigartige Reliefgolddekore und andere klassizistische Motive wie Akanthusblattranken, Palmetten, Füllhörner und eine malerische Qualität, die bis heute unerreicht bleibt, sind die Zeugnisse aus dieser Periode.
Nachdem die Franzosenkriege die Manufaktur an den Rand der Existenz gebracht hatten, erlebte das Porzellan aus Wien durch den Wiener Kongress zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen erneuten Aufschwung. Viele wichtige Persönlichkeiten, unter ihnen Zar Alexander I. von Russland und der König von Preußen, waren damals in der Manufaktur zu Gast.
Das Porzellan aus Wien avancierte zu einem hoch geachteten Geschenk, wovon heute noch manch zierliches Empire-Déjeuner (Frühstücks-Service) zeugt.