Wiener Handwerkskunst seit 300 Jahren – der Formenbau

Datum: 18.09.2018

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Herzstück der Marke Augarten Porzellan ist die enge Verbundenheit mit der Wiener Handwerkskunst. Während sich die Manufaktur über die letzten 300 Jahre künstlerisch immer wieder neu erfunden hat, stand eine Sache niemals außer Frage: das kompromisslose Bekenntnis zu höchster Perfektion und Handwerkskunst.

Gerne nehmen wir Sie mit auf eine Reise durch die unterschiedlichen Stationen unserer Manufaktur. Hinter jedem Stück Augarten Porzellan stehen unzählige Arbeitsschritte. Bis das jeweilige Stück die Manufaktur verlässt, vergehen durchschnittlich drei Monate. Bei komplizierten Einzelstücken kann sich die Dauer jedoch noch deutlich verlängern.

Zu Beginn der vielen Stationen steht die Anfertigung von Abgussformen bzw. der Arbeitsformen, also der Formenbau.

Der Formenbau

Anhand historischer Modelle und Entwürfe wird zunächst in einem komplexen Um- und Angiessverfahren eine Arbeitsform aus Gips geschaffen. Für diese Arbeitsform selbst wird eine Abgussform aus einem speziellen Kunststoff (im Bild: grün) gefertigt, da die Gipsformen für die Porzellanteile nur bis zu 30 mal verwendet werden können. Die Kunststoffformen hingegen sind oft jahrelang im Einsatz.

Die Aufgabe des Gipses beim Formen und Gießen ist es, die Feuchtigkeit aus der Porzellanmasse zu ziehen, damit das jeweilige Stück trocknen kann. Der Gips und das feuchte Porzellan verbinden sich nicht miteinander, so kann das Porzellan mühelos ausgeformt werden. Nach ungefähr 30 Abgüssen verliert der Gips die Fähigkeit ausreichend Wasser zu absorbieren – zudem nutzt sich die Form mit jeder Verwendung ab. Auch sogenannte Brennhilfen (im Fachterminus: Pommsen) – Stützen für komplizierte Figuren während des Brennvorganges – werden in Formen gegossen. Da die vollständige Formgebung aus einer einzelnen Gipsform meist nicht möglich ist, müssen oft mehrere Teile gegossen oder per Hand geformt werden. Eine detailliert gestaltete Porzellanfigur wie etwa ein Reiter der spanischen Hofreitschule besteht aus rund 70 solcher Einzelteile.

Derzeit sind im Formenbau zwei langjährige, erfahrene Mitarbeiter beschäftigt. Soeben hat ein Lehrling in der Manufaktur begonnen, der sie bereits tatkräftig bei der täglichen Arbeit unterstützt. Erfahrung ist das Um und Auf in der Kunst der Porzellanherstellung. So ist es kein Wunder, dass Mitarbeiter zum Teil ihr gesamtes Arbeitsleben in der Manufaktur verbringen. Der Erfahrungsschatz wird laufend ausgebaut und innerhalb der Belegschaft weitergegeben. Nur so können Meisterwerke wie beispielsweise die erwähnten Reiterfiguren der Spanischen Hofreitschule mit ihren zum Teil über 70 Einzelteilen und der kunstvollen Bemalungen entstehen.

Im nächsten Beitrag erfahren Sie mehr über die Zutaten und die Herstellung der Porzellan-Rohmasse.