Biedermeier und früher Historismus

Datum: 18.04.2014

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Auch der aufstrebende Bürgerstand des Biedermeier schätzte die Reinheit des Wiener Porzellans.Die klassizistisch geradewandigen – zylindrischen oder konischen – Formen wurden von vielfach geschwungenen oder gebauchten Konturen abgelöst. Entzückende, fast miniaturartige Blumenbouquets und Streublumendekore auf weißem Grund, oft kombiniert mit Bordüren dokumentieren diese Periode in ihrer schönsten Form. Eines der beliebtesten Augarten Service – die Form „Schubert“ – hat hier seinen Ursprung.

Durch die Industrialisierung und die rasch anwachsende Konkurrenz, vor allem böhmischer Fabriken mit Massenproduktion, hatte die Wiener Porzellanmanufaktur mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen, die mit der offiziellen Schließung der Manufaktur im Jahre 1864 endeten. Die weltberühmte Erzeugung wurde eingestellt und das umfangreiche Vorlagenwerk dem heutigen Österreichischen Museum für angewandte Kunst (MAK) überlassen.